DEUTSCH|FRANÇAIS|SEITE DRUCKEN  

Wie muss eine Betreibung eingeleitet werden?

Das Betreibungsbegehren ist beim zuständigen Betreibungsamt schriftlich einzureichen. Das Begehren muss Name und Wohnort von Gläubiger und Schuldner, die Forderungssumme, sowie die Forderungsurkunde enthalten und vom Gläubiger unterzeichnet sein. Fehlt eine entsprechende Urkunde, muss der Forderungsgrund angegeben werden. Weitere Unterlagen müssen nicht beigelegt werden. Das Betreibungsbegehren können Sie hier herunterladen oder direkt beim Betreibungsamt bei ihrem Wohnort bezogen werden.

 

Wo muss die Betreibung eingeleitet werden?

Das Betreibungsbegehren ist an das zuständige Betreibungsamt am Wohnort oder Sitz des Schuldners zu stellen.

1. Bei allgemeinen Betreibungen:

- mündige handlungsfähige Personen an deren Wohnsitz;

- unmündige oder bevormundete Personen am Wohnsitz ihres gesetzlichen Vertreters oder am Sitz der Vormundschaftsbehörde;

- bevormundete Personen, deren Vormund noch nicht ernannt ist, am Amtssitz der Behörde, welcher die Ernennung obliegt;

- Unmündige oder Bevormundete, die mit Bewilligung ihres gesetzlichen Vertreters selbständig einen Beruf oder ein Gewerbe betreiben, am Ort ihres Geschäftsbetriebes;

- Inhaber von Einzelfirmen am Wohnort;

- im Handelsregister eingetragene juristische Personen und Gesellschaften am zuletzt im Schweizerischen Handelsamtsblatt bekannt gegebenen Sitz;

- im Handelsregister nicht eingetragene juristische Personen am Hauptsitz ihrer Verwaltung;

- Schuldner ohne festen Wohnsitz am jeweiligen Aufenthaltsort;

- Erbschaften am Ort, an dem der Erblasser zur Zeit seines Todes betrieben werden konnte;

- die im Ausland wohnenden Schuldner mit Geschäftsniederlassung in der Schweiz am Sitz der Geschäftsniederlassung;

- die im Ausland wohnenden Schuldner, die in der Schweiz zur Erfüllung einer Verbindlichkeit ein Spezialdomizil gewählt haben, am Ort des Spezialdomizils;

 

2. bei Spezialbetreibungen:

- bei der Faustpfandbetreibung: je nach Wahl des Gläubigers entweder am Wohnsitz des Schuldners oder am Ort, wo das Pfand liegt;

- bei der Grundpfandbetreibung: am Ort, wo das verpfändete Grundstück liegt; - bei der Arrestbetreibung: am Ort, wo sich der Arrestgegenstand (ausser für Forderungen) befindet, sofern nicht schon vor der Bewilligung des Arrestes für die Arrestforderung anderswo Betreibung oder Klage angehoben worden ist (Art. 278 Abs. 1 SchKG).

 

Wie hat der Schuldner Kenntnis von meiner Betreibung und wie erhält der Gläubiger Kenntnis?

Nach Eingang des Betreibungsbegehrens stellt das Betreibungsamt dem Schuldner einen Zahlungsbefehl im Doppel aus, der dem Schuldner zugestellt wird. Nach erfolgter Zustellung erhält der Gläubiger ein Doppel des ausgefertigten Zahlungsbefehles.

 

Können unmündige Jugendliche betrieben werden - oder haften die Eltern für die Schulden ihrer unmündigen Kinder?

Grundsätzlich: Ja, Jugendliche können betrieben werden. Der Zahlungsbefehl muss dem gesetzlichen Vertreter zugestellt werden. Dieser ist auf Betreibungsbegehren mit Adresse zu nennen. Bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres sind Kinder unmündig. Ausnahmefälle: vorherige Heirat oder behördliche Erklärung. Unmündig zu sein bedeutet, nicht "geschäftsfähig" zu sein. Dies bedeutet, dass rechtlich keine Forderungen und keine Schulden begründet werden können. Kinder können auch keine Verträge abschliessen und/oder sich aus diesen Verträgen verpflichten.

Hier gibt es Ausnahmen und zwar folgende:

1. wenn der Abschluss eines Vertrages mit Zustimmung der Eltern geschieht. Rechtsgeschäfte, die ohne die Zustimmung der Elterngeschlossen werden, sind bis zur Genehmigung in der Schwebeund damit nicht wirksam. Die gesetzlichen Vertreter können sowohl vor als auch nach dem Rechtsgeschäft ihre Zustimmung erteilen.

2. Geschäfte, bei denen Kinder über das Taschengeld/Lohn oder Vermögen verfügen (und mit dem sie dann auch haften)

3. Begründung eines eigenen Haushalts mit Zustimmung der Eltern.

4. Ausschliessliche Vorteile: der Unmündige kann ohne Zustimmungder Eltern Geschäfte abschliessen, die unentgeltlich sind und ihmeinen Vorteil aus dem Rechtsgeschäft bringen.

(Quelle: my-money.ch)

 

Was kostet eine Betreibung?

Die Kosten einer Betreibung sind abhängig vom Forderungsbetrag, der in Betreibung gesetzt wird. Sie sind als Kostenvorschuss vom Gläubiger an das Betreibungsamt zu leisten, jedoch schliesslich vom Schuldner zu tragen.

Design & Technology by YOUHEY Communication AG, © 2017 Burgdorf, Switzerland.